Lesung mit Publikum auf einer Bühne

Volle Reihen und zwei Sprachen: eine Nachlese zur Frankfurter Buchmesse 2026

Fünf Messetage, zwei neue Bücher und Veranstaltungen, bei denen kaum ein Stuhl frei blieb. Vom 7. bis 11. Oktober waren wir auf der Frankfurter Buchmesse, gemeinsam mit den Verlagen aus dem Netzwerk »Schöne Bücher«. Hier ist unser Rückblick auf die Menschen, die Geschichten und die Gespräche dieser Woche.

Vorab in Offenbach: zwei Stunden waren zu kurz

Unsere Messewoche begann schon vor der Messe. Am Montag haben wir in der Volkshochschule Offenbach über grönländische Literatur gesprochen, mit Ujammiugaq Engell, Laali Lyberth, Ebbe Volquardsen und Sven Nieder. Im Mittelpunkt stand das »Bestiarium Groenlandicum«, danach zeigte Sven Nieder eine Foto- und Filmpräsentation zu »Stella Polaris* Ulloriarsuaq«.

Laali Lyberth, Ebbe Volquardsen und Ujammiugaq Engel

Angesetzt waren zwei Stunden, am Ende wurden es deutlich mehr, weil das Publikum so viele Fragen hatte. Wie groß das Interesse an grönländischer Literatur im deutschsprachigen Raum ist, war schön zu erleben.

Grönland bei der Eröffnung


Schon die Eröffnungsfeier der Buchmesse stand für uns im Zeichen Grönlands: Ujammiugaq Engell und unsere Verlegerin Laali Lyberth waren dabei. Es war ein Fest der Literatur und, wie jedes Jahr, auch ein politisches. Dass wir dabei sein konnten, verdanken wir Kalaallit Atuakkiortut, der grönländischen Autorinnen- und Autorenvereinigung.

Ujammiugaq Engell und Laali Lyberth  auf der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse

Mittwoch, 11 Uhr: jeder Platz besetzt

Der erste Messetag, ein Mittwochvormittag, und auf dem Podium Rheinland-Pfalz in Halle 3.0 blieb kein Stuhl frei. Ujammiugaq Engell und Laali Lyberth haben aus dem »Bestiarium Groenlandicum« gelesen und erzählt, unserem Kompendium von Kreaturen, Geistern und fremdartigen Erscheinungen aus Grönland. Herausgegeben hat es Maria Bach Kreutzmann, ins Deutsche übertragen haben es Miranda M. Nicholas-Zaar und André Wilkening, und Ujammiugaq Engell war an der Recherche beteiligt.


Dass so viele Menschen am frühen Vormittag gekommen sind, um den mythischen Wesen Grönlands zuzuhören, hat uns sehr berührt.

Am Stand: die Menschen hinter den Büchern

An unserem Stand standen in diesen Tagen auch die Menschen zusammen, die das »Bestiarium Groenlandicum« möglich gemacht haben: Ujammiugaq Engell, Laali Lyberth, Grafiker Björn Pollmeyer und Lektorin Katja Völkel. Für einen kleinen Verlag ist das ein besonderer Moment, denn ein Buch entsteht nie allein am Schreibtisch.

Freitag: Deutscher Verlagspreis für unser Verlagshaus

Am Freitag, 9. Oktober, wurde auf der Messe der Deutsche Verlagspreis 2026 verliehen. Unser Verlagshaus Kraterleuchten gehört zu den 85 ausgezeichneten Verlagen, und mit ihm alle seine Imprints. Wir danken der Jury und allen, die unsere Arbeit möglich machen.

Samstag: »Stella Polaris* Ulloriarsuaq« und »Zombie Nunaat« in zwei Sprachen

Um 12:30 Uhr hat Sven Nieder auf dem Podium die Neuauflage von »Stella Polaris* Ulloriarsuaq« vorgestellt. Das Buch ist im gleichberechtigten Team von Nomi Baumgartl, Sven Nieder, Yatri N. Niehaus und Laali Lyberth entstanden. Die Erstausgabe erschien im Eifelbildverlag und war 2016 für den Deutschen Fotobuchpreis nominiert.

Eine halbe Stunde später, um 13 Uhr, haben wir »Zombie Nunaat« vorgestellt, eines unserer beiden neuen Bücher, druckfrisch zur Messe erschienen. Sørine Steenholdt schreibt über Menschen, die niemand sieht. Katja Völkel hat auf Deutsch gelesen, Laali Lyberth hat das Buch vorgestellt und auf Kalaallisut gelesen, in der grönländischen Sprache, in der diese Erzählungen ihren Ursprung haben. Wer zugehört hat, konnte beide Sprachen nebeneinander erleben.

Das Publikum war tief bewegt, und die Exemplare, die wir zur Lesung mitgebracht hatten, waren schnell ausverkauft. Übersetzt hat die Erzählungen Franziska Hüther aus dem Grönländischen über das Dänische, abgeglichen mit dem grönländischen Original. Die Illustrationen stammen von Maja-Lisa Kehlet. Das Original war für den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert.

Danke

Danke an alle, die zugehört, gefragt, geblättert und gekauft haben. Danke an Ujammiugaq Engell, Katja Völkel und Björn Pollmeyer, an Kalaallit Atuakkiortut, an das Podium Rheinland-Pfalz des Börsenvereins, Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, gefördert vom Land, und an unsere Nachbarinnen und Nachbarn auf der »Schöne Bücher Meile«.

»Zombie Nunaat« (Hardcover, 20,00 €), »Stella Polaris* Ulloriarsuaq« (Hardcover, 48,00 €) und das »Bestiarium Groenlandicum« (35,00 €) findest du hier und in jeder gut sortierten Buchhandlung.

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