Grönländische Literatur im deutschen Radio
SWR Kultur hat über den Inuit Verlag berichtet. Ein schöner Moment – und eine Gelegenheit, über dieses junge Projekt zu erzählen, denn die grönländische Literatur entwickelt sich stetig und findet zunehmend Beachtung.
Der Radiobeitrag im SWR
Am Samstag, den 15. Dezember 2025, lief in der Sendung „SWR Kultur am Samstagnachmittag“ ein Beitrag über den Inuit Verlag. Reporterin Nicole Mertes hat sich Zeit genommen, um zu verstehen, worum es uns geht – und das hört man.

Sie erzählt von unserem ersten Buch „Sila“ von Lana Hansen, das im Herbst erschienen ist. Von einem grönländischen Jungen, der sich in einen Raben verwandeln kann und den Auftrag bekommt, die vom Menschen bedrohte Natur zu retten. Grönländische Mythen treffen auf aktuelle Themen wie den Klimawandel. Spannung trifft auf Tiefgang.
Im Beitrag fragt sie danach, warum es diesen Verlag überhaupt gibt. Warum ein Verlag in der Eifel sich grönländischer Literatur widmet. Und was die Gründerin Laali Lyberth antreibt.
Warum grönländische Literatur?
Die Antwort ist einfach: Weil diese Literatur existiert. Weil sie vielfältig ist. Und weil sie im deutschsprachigen Raum praktisch unsichtbar ist.
Grönland hat rund 57.000 Einwohner – und eine bemerkenswert lebendige literarische Szene. Autor:innen schreiben über ihre Natur, über Mythen und Traditionen, über Kolonialismus und Dekolonialisierung, über die grönländische Identität, über den Klimawandel und die Frage, wie man zwischen Moderne und Herkunft seinen Platz findet. Bislang kennt diese Stimmen kaum jemand in Deutschland, wobei das Interesse an Grönland eigentlich groß ist.
Der Inuit Verlag wurde 2024 gegründet, um das zu ändern. Unter dem Dach von Kraterleuchten, hier in Daun. Mit dem klaren Ziel, grönländische Literatur für deutschsprachige Leser:innen zugänglich zu machen.
Was Nicole Mertes herausgearbeitet hat
Im SWR-Beitrag wird deutlich, dass es nicht nur um Bücher geht. Es geht um kulturelle Vermittlung. Um Perspektiven, die fehlen. Um Geschichten, die erzählt werden müssen.
Mertes beschreibt „Sila“ als ein Buch, in dem sich grönländische Mythen, spannende Abenteuer und Probleme der modernen Gesellschaft treffen. Ein Kinderbuch mit Substanz. Eines, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Und sie stellt die Frage, die viele haben dürften: Wie kommt man in der Eifel auf die Idee, einen Verlag für grönländische Literatur zu gründen? Die Antwort liegt auf der Hand: Eine Grönländerin in der Eifel, die mit Ihrem Partner Sven Nieder seit vielen Jahren das Verlagshaus Kraterleuchten zu einem erfolgreichen Verlag entwickelt hat, eine fruchtbare Kooperation mit Milik Publishing in Grönland und in der Überzeugung, dass Literatur Grenzen überwinden kann.
Literatur als Brücke
Der SWR-Beitrag macht etwas deutlich, das uns wichtig ist: Literatur öffnet Türen. Sie lässt uns andere Perspektiven kennenlernen, andere Welten verstehen. Grönland ist geografisch weit weg, aber durch Themen wie Klimawandel, Identität und den Umgang mit Natur sind wir enger verbunden, als es auf den ersten Blick scheint.
Der Inuit Verlag ist ein kleines Projekt. Aber eines, das uns am Herzen liegt. Und eines, das, wie der Radiobeitrag und der erfolg unseres ersten Buches zeigt, auf Interesse stößt.
Danke an Nicole Mertes und SWR Kultur für die Aufmerksamkeit. Und danke an alle, die neugierig auf grönländische Literatur geworden sind.
Den Radiobeitrag gibt es hier:
www.swr.de/kultur/literatur/lez-inuit-verlag-fuer-groenlaendische-literatur-100.html
„Sila“ von Lana Hansen ist im Buchhandel und direkt bei uns erhältlich.
